Fellova

Stefanie Wolf

Schreibt für Welpenwerkstatt

Über mich

Zwei Jahre auf der Warteliste für einen Australian Shepherd aus einer Hobbyzucht. Als der Einzugstermin feststand, habe ich vier Online-Kurse gleichzeitig gekauft. Nichts dem Zufall überlassen, so arbeite ich nun mal.

Ich bin 38, Produktmanagerin in München, internationales Tech-Umfeld. Mein Job besteht darin, Software-Produkte zu vergleichen: hält ein Feature, was der Verkaufstext verspricht? Dieselbe Frage stelle ich jetzt Welpenkursen.

Das Alltagsbild: Altbauwohnung in München-Schwabing, Eckzimmer mit zwei Fenstern. Rechts vom Schreibtisch hängt eine Whiteboard-Wand mit farbigen Post-its, ein Kurs pro Farbe, Modulthemen nebeneinander sortiert. Der zweite Monitor läuft ausschließlich für Kursvideos. Seit Woche drei trägt das Holzparkett die ersten Kratzspuren, und die Tischkante wird regelmäßig als Kauobjekt überprüft.

Philipp Runge, ein ehemaliger Mitbewohner aus meiner WG-Zeit, hat seit sechs Jahren einen Mischlingshund und ist mein einziger persönlicher Kontakt mit echter Hundeerfahrung. Er hält Online-Kurse für überflüssigen Luxus und sagt das auch. Yasemin, Kollegin im selben Büro, versteht nicht, warum man für einen Welpenkurs mehr bezahlt als für eine Streaming-Jahresmitgliedschaft. Beide Einwände machen mich schärfer.

Was ich mitbringe, ist die PM-Denkweise: Versprechen gegen Realität, Strukturen gegen praktische Ergebnisse. Eine Trainerausbildung gehört nicht dazu, das Vergleichen und Dokumentieren schon.

Artikel von Stefanie Wolf

Offenlegung

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